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Scheibendoktor Augsburg Autotuning – Individualität von der Windschutzscheibe bis zum Auspuff

Autotuning – Individualität von der Windschutzscheibe bis zum Auspuff

21. November 2016

Vorschriften | Stabilität | Fakten | Sicherheit

Für viele ist das eigene Auto mehr als nur ein bloßer Gebrauchsgegenstand und besitzt mehr als nur praktischen Wert. Es ist Statussymbol, Freund und Spielzeug in einem. Viele verbinden mit ihren Autos ganz besondere Erinnerungen: Das erste eigene Auto, der erste eigene Urlaub, usw.

Daher verwundert es nicht, wenn zahlreiche Autobesitzer ihrem Fahrzeug eine ganz besondere, ganz eigene Note verleihen möchten. Etwas, was ihr Auto aus der Masse der Fahrzeuge heraushebt. Dabei muss es nicht immer gleich Autotuning im Sinne von verändernden Eingriffen in den Aufbau des Fahrzeuges sein. Oft kann schon ein kleiner Anhänger am Rückspiegel aus einem PKW Ihr Fahrzeug persönlicher machen.

Dabei sind sowohl bei kleinen als auch großen Veränderungen am Fahrzeug immer gewisse gesetzliche Vorschriften zu beachten, damit das getunte Auto auch für den Straßenverkehr zugelassen werden kann. Am Beispiel der Windschutzscheibe sollen dabei einige wichtige Punkte erklärt werden, die beim Tunen des Autos beachtet werden sollten.

 

Sicht durch die Windschutzscheibe muss gewährleistet bleiben 

Wie auch bei der Steinschlagreperatur hat der Gesetzgeber auch bei Modifikationen der Windschutzscheibe strenge Regeln vorgeschrieben. Entsprechend der Richtlinie ECE-R43 muss die Lichtdurchlässigkeit der Windschutzscheibe jederzeit mindestens 70 Prozent betragen. Diese Vorschrift schiebt jedweder gefärbter Tönungsfolie für die Windschutzscheibe einen Riegel vor. Gleiches gilt im Übrigen für die vorderen Seitenscheiben.

Zwar können auf der Windschutzscheibe durchaus Streifen und Aufkleber angebracht werden. Diese dürfen sich jedoch nicht im Sichtfeld des Fahrers befinden und zudem nicht größer als 0,1 qm sein.

Das Fernsichtfeld des Autofahrers ist ein etwa 29 Zentimeter breiter Bereich, welcher mittig vom Lenkrad aus gesehen nach oben und unten durch das Wischfeld des Scheibenwischers begrenzt wird.

An den hinteren Seitenscheiben und der Heckscheibe des Automobils dürfen Tönungsfolien bzw. andere modifizierende Aufkleber angebracht werden, insofern diese eine sogenannte Bauartgenehmigung aufweisen. In Deutschland wird diese durch eine Wellenlinie zusammen mit dem europäischen ECE-Zeichen signalisiert. Im Zweifelsfall sollte hierfür jedoch in jedem Fall ein Fachmann zur Auswahl und Montage herangezogen werden, um unliebsamen Überraschungen bei der nächsten Verkehrs- oder TÜV-Kontrolle zu entgehen.

 

Beeinträchtigung der Stabilität der Windschutzscheibe

Bereits ein kleiner Steinschlag kann die Stabilität der Windschutzscheibe und damit gleichzeitig auch der gesamten Karossiere beeinträchtigen. Zudem kann es beim Auslösen des Beifahrer-Airbags zu bösen Überraschungen kommen.

Daher verwundert es auch nicht, dass jedwede Art von Gravur an der Windschutzscheibe strengstens untersagt ist. In den letzten Jahren sind solche Modifikationen immer beliebter geworden. Was schön aussieht, ist jedoch aus oben genannten Grund gesetzlich verboten. Die Gravur der Windschutzscheibe und jeder anderen Autoscheibe vermindert deren Stabilität und verursacht somit ein enormes Sicherheitsrisiko.

 

Weitere wichtige Fakten zum Autotuning

Sicht und Stabilität müssen also beim Tuning der Windschutzscheibe auf jeden Fall gewahrt bleiben. Auch beim Tuning anderer Fahrzeugteile gelten teils sehr strenge Vorschriften.

Beliebt bei vielen Fahrzeughaltern ist das sogenannte Tieferlegen des Autos. Hierbei gilt jedoch, dass das Fahrzeug mit vollem Tank und Fahrer ein Hindernis mit einer Höhe von 8 Zentimetern überfahren können muss. Zudem muss die Unterkante der Frontscheinwerfer mindestens 50 Zentimeter über der Fahrbahn liegen.

Immer beliebter wird in letzter Zeit auch das sogenannte Chip-Tuning. Mit Hilfe eines Software-Updates wird dabei bis zu 40 Prozent mehr Leistung aus dem Motor herausgeholt. Anders als bei anderen Modifikationen ist diese Veränderungen für Polizei und TÜV-Prüfer also nicht auf den ersten Blick sichtbar, was ein Erkennen manchmal schwer machen kann.

Auch beim Chip-Tuning gilt, dass jegliche Veränderung in der Motorelektronik eine Typengenehmigung benötigt und im Fahrzeugausweis eingetragen werden muss. Wird ein unerlaubtes oder nicht eingetragenes Tuning des Motors auf diese Art und Weise bei einer Kontrolle entdeckt, droht wie bei allen nicht genehmigten Veränderungen am Fahrzeug ein saftiges Bußgeld und im Zweifelsfall auch ein Entzug der TÜV-Plakette. Wer wissen möchte, zu welchen Problemen unerlaubtes Chip-Tuning führen kann, der muss derzeit nur einmal in der Vorstandsetage von VW nachfragen.

 

Sicherheit steht vor Schönheit

Ob Windschutzscheibe oder Kofferraum, beim Tunen eines Fahrzeuges sollte die eigene Sicherheit und die aller anderen Verkehrsteilnehmer immer an erster Stelle stehen. Eine Windschutzscheibe mit eingeschränkter Sicht mag zwar schön aussehen, erfüllt jedoch ihre grundlegende Funktion nicht mehr und stellt ein extremes Sicherheitsrisiko dar. Gleiches gilt für ein tiefergelegtes Auto, welchem bei der kleinsten Bodenwelle der gesamte Unterboden beschädigt wird.

Daher gilt es, sich beim Tunen des eigenen Fahrzeuges den Rat eines Fachmannes nach Möglichkeit einzuholen. Zudem sollten sich Tuning-Interessierte nach den Konditionen der Werksgarantie ihres Fahrzeuges kundig machen. Unter Umständen kann das Tunen des Autos nämlich zum Erlöschen bestimmter oder auch aller Garantieleistungen bei Defekt oder Schadensfall führen.

Bevor das eigene Fahrzeug also von Polizei oder TÜV buchstäblich aus dem Verkehr gezogen wird, sollten alle Tuning-Maßnahmen und -Teile immer sofort nach Einbau im Rahmen einer Fahrzeugprüfung vorgestellt und eingetragen werden. Damit wird sichergestellt, dass man auch in seinem ganz individuell getunten Wagen sicher und legal auf den Straßen unterwegs ist. Wer sich nicht sicher ist, sollte sich schon vor dem Einbau fachkundigen Rat holen. So erspart man sich die Mühe, den schönen Aufkleber auf der Windschutzscheibe mit Fön und Eiskratzer aufwendig wieder entfernen zu müssen.

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